Die Knappenmusikkapelle Schwaz kann auf eine Jahrhunderte bestehende Tradition
zurückblicken. Bereits zur Zeit Kaiser Maximilians (1511) bliesen Bergknappen
aus „Drei Schuh langen hölzernen Röhren“ anlässlich der Christmette am Leitenweg
in Schwaz. Beim Besuch Kaiser Franz I. (1745–1765) spielte ein bergmännisch
gekleideter Musikchor mit Pauken und Trompeten zum Empfang. Beim Kaiserschießen
1854 rückte die Bergknappenmusikkapelle Schwaz aus. 1922 kam es zur offiziellen
Gründung der Arbeitermusikkapelle Schwaz, durch folgende Gründungsmitglieder:
| Hans Kögl | Hans Bauer | Julius Heubacher | Otto Kögl |
| Alois Bauer | Willi Harb | Edi Schlosser | Sepp Bauer |
| Hans Kartutsch | Fritz Schlosser | Otto Klein | Hans Prähauser |
| Rudi Tschaffert | Sepp Nairz | Leo Cricek | Sepp Esterhammer |
| Sepp Mair | Heinrich Werner | Paul Kober |
Nach dem Ersten Weltkrieg war es sehr schwierig, das nötige Geld für Uniformen
und Ausrüstung aufzubringen. Trotzdem gelang es den Gründungsmitgliedern, durch
eine Sammlung von Haus zu Haus und einen aufgenommenen Kredit, die Instrumente
zu kaufen, um mit der Probenarbeit beginnen zu können.
Hier sehen Sie eines der ältesten Fotos der Arbeitermusik Schwaz, das in der
Zeit von 1922 bis 1924 aufgenommen wurde:
Bei der Gründungsversammlung 1922 wurde Leo Cricek zum ersten Obmann der
Arbeitermusik gewählt und als Kapellmeister startete Hans Prähauser.
Bei der mühevollen Beschaffung von Instrumenten waren einige Schwazerinnen und
Schwazer bereit, mit Hab und Gut für den aufgenommenen Kredit Bürge zu stehen.
Hier seien besonders erwähnt: Anna Angerer, Maria Öhninger, Max Keiler und Alois
Lackner. In kurzer Zeit war der Klangkörper so weit gediehen, dass die ersten
Ausrückungen - allerdings in Zivilkleidung - absolviert werden konnten.
Erst 1925 gelang es, die erste Knappenuniform anzuschaffen. Unter der
musikalischen Leitung der Kapellmeister Prof. Josephus Weber (1925–1935) und
Johann Witting (1935–1938) wuchs die Arbeitermusik zu einer namhaften Kapelle in
Schwaz heran.
Wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges 1938 wurden sämtliche Instrumente, Uniformen und umfangreiches Notenmaterial konfisziert und der Spielbetrieb musste auf unbestimmte Zeit eingestellt werden.
Bereits 1949 trafen sich einige Freunde der Musik und strebten eine Neugründung der Arbeitermusik an. Besonders zu erwähnen sind dabei die Herren: Hans Seewald, Franz Auer, Hans Berger und Andrä Schwaiger. Unter großer Anstrengung ist es ihnen gelungen, am 6. Juni 1950 eine Gründungsversammlung abzuhalten, bei der folgender Ausschuss gewählt wurde:
| Obmann | Dr. Hans Seewald |
| Stellvertreter | Josef Reremoser |
| Schriftführer | Franz Auer |
| Stellvertreter | Josef Kobald |
| Kassier | Leopold Rirsch |
| Stellvertreter | Josef Esterhammer |
| Kapellmeister | Hans Berger |
| Stellvertreter | Alois Weinberger |
| Archivar | Alois Weinberger |
| Beiräte | Hans Reiter |
| Hubert Hölzl | |
| Rudolf Bauer | |
| Andrä Schweiger |
Es bedurfte noch ein ganzes Jahr harter Arbeit damit das nötige Geld für
Instrumente beisammen war, doch am 27. Juni 1951 konnte das erste Stück, der
Marsch „Frisch auf“ geprobt werden.
Nach fleißiger Probenarbeit erfolgte am 8. September die erste offizielle
Ausrückung. Da das Geld für Uniformen noch fehlte, wurde in schwarzen Hosen und
weißen Hemden ausgerückt, wie auf dem nächsten Foto zu sehen ist.
Am 18. März 1952 konnte dann endlich die erste Uniform an die Musikanten
ausgegeben werden: Grauer Rock mit Mütze. Ebenfalls 1952 wurde der
Arbeitermusikkapelle von der Stadtgemeinde ein Raum in der Tannenberggasse zur
Verfügung gestellt, wo ab nun die Proben abgehalten werden konnten.
Am 1. Jänner 1954 fand die erste Neujahrssammlung statt, die bis zum heutigen Tag
beibehalten wurde und ein wichtiges finanzielles Standbein der Knappenmusikkapelle
ist.
Der 31. Oktober 1955 ist ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte:
Eine neue Knappenuniform konnte angeschafft werden. Am 17. August 1957 wurde der
„1. Schwazer Nachtmarkt“ abgehalten. Dieser fand mit Unterbrechung als „Schwazer
Knappenmarkt“ seine Fortsetzung.
Am 1. März 1958 wurde eine große Gönnerin der Arbeitermusik, Frau Anna Angerer, zu
Grabe getragen. Diese Frau hat mit ihrem Hab und Gut Bürgschaft übernommen, um der
Musikkapelle die Anschaffung der Knappenuniform zu ermöglichen.
Um die Tradition der Knappenstadt Schwaz aufrecht zu erhalten, wurde am 6. Feber
1963 die Arbeitermusik in die Knappenmusikkapelle Schwaz umbenannt. Bei der
Fronleichnamsprozession im Jahre 1964 präsentierte sich die Knappenmusikkapelle
erstmals in der neu angeschafften „Schwazer Bürgertracht“. In den ersten 2
Jahrzehnten nach der Neugründung 1950 wuchs die Knappenmusik zu einem bedeutenden
Klangkörper heran.
Es konnten sehr viele Erfolge bei Wertungsspielen und Konzerten im In- und Ausland
erzielt werden und einige dieser Auftritte wurden im Rundfunk in ganz Österreich
ausgestrahlt. Besonders zu erwähnen sind die Verdienste zweier Gründungsmitglieder,
die in diesen 2 Jahrzehnten die Knappenmusikkapelle geleitet haben:
Hans Berger, der die musikalische Leitung von 1950–1969 (mit Unterbrechung) inne
hatte, faszinierte nicht nur immer wieder mit seinen Eigenkompositionen, sondern
lernte den Musikern auch in harter Probenarbeit ihr Können.
Dr. Hans Seewald fungierte von 1950–1972 fast ständig als Obmann der
Knappenmusikkapelle. In mühevoller Arbeit ist es ihm gelungen diese zu einem, in
Schwaz nicht mehr wegzudenkenden Verein aufzubauen. Leider mussten beide Herren
aus gesundheitlichen Gründen ihre Ämter niederlegen, was der Musikkapelle über
Jahre hinaus zu schaffen machte.
In den Jahren 1969–1974 kam der Verein durch einen regen Kapellmeisterwechsel
nicht zur Ruhe. Erst als 1974 der damalige 1. Flügelhornist Alois Bauer die
musikalische Leitung übernahm, beruhigte sich die Lage etwas.
Nach seinem Rücktritt vom Kapellmeisteramt 1982 ging es wieder turbulent zu. 1987
vollzog sich ein Generationswechsel bei der Knappenmusik, 3 junge Musikanten
wagten den Sprung an die Vereinsführung: Obmann Hannes Haidacher, Kassier Dietmar
Steidl und Schriftführer Helmuth Werth. Ihnen gelang es auch, Alois Bauer wieder
als Kapellmeister zu gewinnen.
Dieser „frische Wind“ machte sich bald bemerkbar, mit großem Einsatz organisierte
der neue Ausschuss viele Konzertreisen, bei denen die Knappenmusikkapelle mit
ihrem neuen, modernen Unterhaltungsprogrammen viele Erfolge feiern konnte.
Fahnenweihe am 27. November 1987
Unter dem Obmann Hannes Haidacher wurde 1987 die Vereinsfahne der Knappenmusik
von der Firma „Fahnen Gärtner“ in Mittersill neu renoviert. Großer Dank dabei
gilt der Fahnenpatin Rosa Seewald (Ehefrau des verstorbenen Obmannes Dr. Hans
Seewald), der Fahnenbandpatin Hilda Haidacher, dem Fahnenbandpaten Hans Wiener
und allen Spendern der Fahnenbandnägel.
1997 übernahm der Sohn des damaligen Kapellmeisters Alois Bauer jun. die Funktion
als Obmann. In seiner Zeit als Obmann veranstaltete die Knappenmusik mit anderen
Vereinen im Jahr 1998 das Jubiläumsfest „75 Jahre Knappenmusik“. Der Kapellmeister
Alois Bauer sen. beendete seine Funktion mit der Jahreshauptversammlung im Jahr
2000.
Danach stand die Musikkapelle unter der musikalischen Leitung von Martin Spöck.
Martin Spöck studierte am Konservatorium in Innsbruck und leitete neben der
Knappenmusik auch den Gospelchor Wildschönau. Unter seinem Taktstock glänzte die
Knappenmusik bei einigen Anlässen wie zum Beispiel bei den Kirchenkonzerten im
Herbst 2000 und 2002 in der Pfarrkirche mit Chören aus der Umgebung von Schwaz
oder der "Klangreise" im Jahr 2004 - ein Gemeinschaftsprojekt der Knappenmusik
Schwaz, dem Gospelchor und dem Männerchor aus der Wildschönau. Martin Spöck
beendet seine Funktion als Kapellmeister nach sechsjähriger Tätigkeit.
Im Januar 2006 übernahm Dr. MMag. Wolfram Rosenberger die musikalische Leitung.
Er studierte an der Hochschule für Musik in Wien sowie an der Universität Wien in
folgenden Fächern: "Konzertfach Tuba" bei Prof. N. Schafferer, "Dirigieren" bei
Dr. Peter Burwik, "Musikwissenschaft mit Philosophie", "Theaterwissenschaft"
und "Geschichte" bei Prof. M. Angerer. Erfolgreich promoviert bei Prof. Angerer
und Prof. Dr. Peter Revers. Wolfram beendete seine Funktion als Kapellmeister nach
dreijähriger Tätigkeit mit Ende 2008.
Günter Dibiasi heißt nun unser Kapellmeister der mit Januar 2009 die musikalische
Leitung übernahm.
Hier kurz sein Werdegang:
Abschluss am ORG für Studierende der Musik.
1990 – 1994 Mitglied der Militärmusik Tirol.
1991 – 1994 Studium für Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) mit dem Hauptfach
Klarinette am Tiroler Landeskonservatorium.
1992- 1993 Lehrgang für Blasorchesterleitung am Tiroler Landeskonservatorium.
1994 staatliche Lehrbefähigungsprüfung im Fach Klarinette.
Seit 1994 Lehrer an der LMS Jenbach-Achental.
2005 Bestellung zum Leiter der Landesmusikschule Jenbach-Achental.
Kammermusikalische Tätigkeit, ebenso als Komponist und Arrangeur.
Derzeitiger Obmann der Knappenmusik ist Alfred Gabriel.
| Obmänner | Kapellmeister | ||
| 1950-1953 | Dr. Hans Seewald | 1950-1969 | Hans Berger, David Rossi |
| 1954-1955 | Hans Reiter | 1970 | Josef Leuchter |
| 1956-1973 | Dr. Hans Seewald | 1971 | Albert Deis |
| 1973-1975 | Erich Petregger | 1972 | Rudolf Gamper |
| 1976 | Günther Werth | 1973 | Karl Kostner |
| 1977-1978 | Erich Petregger | 1974-1982 | Alois Bauer sen. |
| 1978-1983 | Walter Lanschützer | 1983-1984 | Alfons Leutgeb |
| 1983-1986 | Erich Petregger | 1985-1986 | Franz Brunner |
| 1987-1994 | Hannes Haidacher | 1987-1992 | Alois Bauer sen. |
| 1995-1997 | Helmuth Werth | 1992-1994 | Helmuth Werth |
| 1997-2001 | Alois Bauer jun. | 1995-1998 | Alois Bauer sen. |
| 2001-2004 | Dietmar Pfister | 1998-1999 | Rudolf Bauer |
| 2004-2010 | Wolfgang Rainer | 1999-2000 | Alois Bauer sen. |
| seit 2010 | Alfred Gabriel | 2000-2006 | Martin Spöck |
| 2006-2009 | Dr. Wolfram Rosenberger | ||
| seit 2009 | Günter Dibiasi |